Als ‚The Fearless Vampire Killers or Pardon Me But Your Teeth Are In My Neck’, so der volle Titel des Films TANZ DER VAMPIRE, im Jahre 1967 erstmals über die Kino-Leinwände flimmerte, hatte sich der damals 34-jährige Roman Polanski in Europa längst als Regisseur etabliert. Aufgewachsen ist der 1933 in Paris geborene Polanski in Polen. Hier besuchte er die Krakauer Kunsthochschule und die berühmte Filmhochschule in Lodz. Parallel dazu trat er immer wieder als Darsteller in Erscheinung, bereits als 14-Jähriger stand er erstmals auf einer Theaterbühne. Außerdem übernahm er eine Rolle in ‚Die Glücksbande’, einer beliebten polnischen Rundfunkshow. Noch vor seinem 20. Geburtstag war der spätere Kultregisseur als Schauspieler in den Andrzej-Waida-Filmen ‚Generation’, ‚Wenn Engel fallen’ und ‚Der Dicke und der Dünne’ zu bewundern. Seinen ersten Erfolg als Regisseur bescherte ihm 1962 ‚Das Messer im Wasser’. Lohn der Mühe: Ein Kritikerpreis beim Filmfestival in Venedig, eine Oscar®-Nominierung für den besten ausländischen Film sowie eine Titel-Story im Time Magazine. 1963 wurde er für ‚Ssaki’ bei den internationalen Kurfilmtagen Oberhausen mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.
1964 folgte ‚Ekel’. Polanskis erster Film in englischer Sprache, in dem Catherine Deneuve als Hauptdarstellerin brillierte, erntete in Berlin einen ‚Silbernen Bären’. Für ‚Cul de Sac’ (‚Wenn Kattelbach kommt’) wurde er mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Hollywood rief: 1967 kam TANZ DER VAMPIRE in die Kinos. Roman Polanski führte nicht nur Regie, sondern übernahm auch eine der Hauptrollen. Als Alfred, der schüchterne Gehilfe des Vampirforschers Professor Abronsius, umwarb er seine spätere Frau Sharon Tate. Später folgten ‚Rosemary’s Baby’, die gemeinsam mit Kenneth Tynan geschaffene Adaption von Shakespeares ‚Macbeth’ und die absurde Komödie ‚Was?’ mit Marcello Mastroianni. ‚Chinatown’ mit Jack Nicholson, Faye Dunaway und John Huston brachte Roman Polanski im Jahr 1974 einen Oscar®für das beste Drehbuch sowie elf weitere Nominierungen ein, unter anderem für die beste Regie und den besten Film.
Trotz großer Erfolge in amerikanischen Genres kehrte Polanski 1976 nach Europa zurück. In ‚Der Mieter’ stand er erstmals seit längerem wieder in einer Hauptrolle vor der Kamera. In den folgenden Jahren entstanden weitere Oscar®-preisgekrönte Werke wie ‚Tess’ (1979) oder 1986 das Abenteuermärchen ‚Piraten’. Dazwischen fand er noch Zeit, seine Autobiographie zu schreiben: ‚Roman’ erschien im Jahr 1984. Sämtliche Übersetzungen eroberten die internationalen Bestsellerlisten. 1988 drehte er den Thriller ‚Frantic’ mit Harrison Ford und Emmanuelle Seigner, Polanskis späterer Frau, in den Hauptrollen. 1989 kam ‚Bitter Moon’, 1994 ‚Der Tod und das Mädchen’ mit Sigourney Weaver und Ben Kingsley auf die Leinwand. 1999 erschien ‚Die neun Pforten’, ein Okkult-Thriller mit Johnny Depp. 2002 kam das Drama ‚Der Pianist’ in unsere Kinos, das Polanski 2003 den Oscar® als bester Regisseur bescherte. Dazwischen brachte er immer wieder Opern auf die Bühne: Roman Polanski inszenierte unter anderem Alban Bergs ‚Lulu’ in Spoleto, Verdis ‚Rigoletto’ in München und ‚Hoffmanns Erzählungen’ in Paris. Auch für das Sprechtheater war er erfolgreich tätig: 1981 inszenierte und spielte Polanski Peter Shaffers ‚Amadeus’ zuerst in Warschau und dann in Paris. 1988 spielte er in Paris in Stephen Barkoffs Bearbeitung von Kafkas ‚Die Verwandlung’.
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